20.Aug. 2013

2. Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung 2007 an Georges-Arthur Goldschmidt

Anlässlich des 27. Erlanger Poetenfests (23. bis 26. August 2007) vergibt die Kulturstiftung Erlangen zum zweiten Mal den 'Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung'. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird in diesem Jahr an den deutsch-französischen Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt verliehen. Georges-Arthur Goldschmidt wird die Auszeichnung im Rahmen eines Autorenporträts zur Eröffnung des 27. Erlanger Poetenfests am 23. August 2007 im Erlanger Markgrafentheater persönlich entgegennehmen.

"Der deutsch-französische Autor und Übersetzer Georges-Arthur Goldschmidt erhält den 'Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung' für sein übersetzerisches Gesamtwerk und seine theoretischen Arbeiten über 'Freud und die deutsche Sprache'. Goldschmidt geht der Sprache auf den Grund. Anschaulich beschreibt er die Zwischenräume, in denen eine Sprache sich dem Zugriff der anderen verweigert. Die Übersetzung wird für Goldschmidt zum Mittel gegen Macht und Gewalt. Goldschmidt lebt in zwei Sprachen. Indem er die Übergänge hörbar macht, bekräftigt er die Unmittelbarkeit des Erlebten, die zwischen den Sprachen liegt und doch nur im Medium der Sprache wirklich ist." (Aus der Begründung der Jury)

Georges-Arthur Goldschmidts herausragende Bedeutung als Vermittler zwischen den Sprachen wird auch dadurch unterstrichen, dass ein Literaturübersetzerprogramm der Frankfurter Buchmesse nach ihm benannt ist.

Im Rahmen der Vierten Erlanger Übersetzerwerkstatt am 24. August 2007 spricht Georges-Arthur Goldschmidt über das Thema "Der Autor als Übersetzer".

<p>Georges-Arthur Goldschmidt (1)</p>

Georges-Arthur Goldschmidt (1)

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Georges-Arthur Goldschmidt (2)

Deutschland besitzt über tausend Literaturpreise, aber auffallend wenige Übersetzerpreise. Dieses Missverhältnis hat vor allem etwas mit dem fehlenden Bewusstsein dafür zu tun, dass der internationale Erfolg eines Buches wesentlich von der Qualität seiner Übersetzung abhängt. In dieser Situation hat sich das Erlanger Poetenfest die Förderung von Poesie als Übersetzung zur Aufgabe gemacht. Im Rahmen des 24. Erlanger Poetenfests wurden erstmals Autoren als Übersetzer eingeladen. Die Erlanger Übersetzerwerkstatt soll die Stellung der Übersetzer im Literaturbetrieb stärken. Mit dem Übersetzerpreis will die Kulturstiftung Erlangen einen Markstein in der deutschen Literaturlandschaft setzen und ein Bewusstsein dafür schaffen, wie sehr gerade Übersetzungen die deutschsprachige Gegenwartsliteratur bereichern.

Die Jury des 'Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung' besteht aus Teilnehmern und Preisträger(n) der zweimal jährlich abwechselnd in Erlangen und Wolfenbüttel stattfindenden 'Übersetzergespräche'. Dieses bislang einzigartige Konzept verbürgt die herausragende sprachschöpferische Qualität der ausgezeichneten Arbeiten, unabhängig von der Nationalität der übersetzten Autoren.