Hans-Ulrich Möhring

Geboren 1953, begann nach kurzer Buchhandels- und Verlagstätigkeit und nach „Wanderjahren“, die ihn unter anderem nach Berlin, New Mexico, Nordindien und ins Unterallgäu führten, 1984 mit dem Übersetzen so unterschiedlicher Autoren wie Tad Williams, James Hamilton-Paterson, Joseph Campbell und William Blake. „Vom Schweigen meines Übersetzers“ ist sein erster Roman. Ein amerikanischer Schriftsteller reist nach Deutschland, um dort mit seinem Übersetzer lange Gespräche über sein neuestes Buch, die Sprache, das Übersetzen, die Musik, das Reisen, das Fremde und das Eigene zu führen. Die Auseinandersetzung mit der Sprache bringt die ungleichen Charaktere einander nahe: den Autor, der sich in der Begegnung mit seinem Übersetzer findet, und den Übersetzer, dessen Schweigen immer mehr Macht über den Autor gewinnt, bis dieser schließlich aus dem Antipoden ein fiktionales Alter Ego – die Hauptfigur eines Buches über Deutschland – macht (das dieser wiederum ins Deutsche überträgt). Die poetologische Reflexion gewinnt Leben und Tiefe durch die Plastizität der Figuren. „Um die Ufer da kümmert sich alle Welt … Sachen von hier nach dort befördern … Die Sprache beherrschen … und so. Aber einer muss auch den Fluss bedenken, einer der … äh … hm … sich in ihn einschweigen mag.“ Schöner und anschaulicher kann das Übersetzen nicht erzählt werden. „Das Schweigen meines Übersetzers“ ist ein großer Roman und ein uferloses Lesevergnügen – nicht nur für Übersetzer. (A. LS.)

Teilnahme in den Jahren: 2009
Bearbeitete Themen: Roman
Übersetzte Sprachen: Englisch
Übersetzte Autoren: Gregory Bateson, Gregory Maguire, James Hamilton-Paterson, Joseph Campbell, Leslie Thomas, Michel Faber, Peter Landesman, Tad Williams, William Blake