Hartmut Köhler

Geboren 1940 in Kleinmachnow, Professor im Ruhestand für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Trier, übersetzt aus dem Französischen, Italienischen und Spanischen. Seine Dissertation über Paul Valéry, „Dichtung und Erkenntnis“ (1976), formuliert schon im Titel einen Anspruch, den Köhler auch als übersetzender Literaturwissenschaftler einlöst, nämlich Nach-Dichten und Nach-Denken über Dichtung – Poesie und Poetologie – miteinander zu verbinden. Ein „Erkenntnis-Dichter“ ist auch Dante Alighieri. Die oft beschworene Rätselhaftigkeit der „Göttlichen Komödie“ erscheint Köhler nicht als „elitäres Gehabe“, sondern als Teil einer erzählerischen Gesamtstrategie, die sich mit den Techniken der Verrätselung im Kriminalroman vergleichen lässt. An manchen Stellen gewinnt die Übersetzung „eine fast comicartige Direktheit“, „sodass man eigentlich mit Wörtern wie ‚Knall‘ und ‚Peng‘ operieren müsste“ (Maike Albath). Köhlers Prosa-Neuübersetzung der „Göttlichen Komödie“ verleiht dem mittelalterlichen Text eine jugendliche Frische und Lebendigkeit. (A. LS.)

Teilnahme in den Jahren: 2011
Übersetzte Sprachen: Französisch, Italienisch, Spanisch
Übersetzte Autoren: Baltasar Gracián y Morales, Dante Alighieri, Paul Valéry, Pedro Calderón de la Barca, Pierre Corneille

Auszeichnungen u. a.:

Celan-Übersetzerpreis des Deutschen Literaturfonds zus. mit dem Übersetzerteam der "Cahiers / Hefte" von Paul Valéry (1990), Johann-Friedrich-von-Cotta-Übersetzerpreis der Stadt Stuttgart (2009), Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis (2013). Vorstand der Deutschen Dante-Gesellschaft.