Marcus Ingendaay

Marcus Ingendaay (Pseudonyme: Isabel Ingendaay, Mickey Goudsward), geboren 1958 in Bonn, studierte Anglistik, Germanistik und Theaterwissenschaft an den Universitäten Köln und Cambridge. Anschließend arbeitete er als Werbetexter und Reporter. Heute lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer in München. Marcus Ingendaay übersetzt vor allem aus dem amerikanischen Englisch (derzeit William Gass: „The Tunnel“). Außerdem arbeitet er an einem neuen Roman: „Sandyblog. Die lange Nacht des Boxsports“. Marcus Ingendaay unterscheidet „Killer-Übersetzer“ („Make it New“) und „Häkeltanten“. Das Original ist für ihn kein unerreichbares und unantastbares Heiligtum, sondern lediglich Rohmaterial. Er sieht sich nicht als Diener des Originals, sondern als Anwalt des Autors. Der Übersetzer führt die Verhandlung, seine Aufgabe ist, den Autor vor dem Publikum möglichst gut aussehen zu lassen. Dafür bürstet Ingendaay auch mal ganze Bücher gegen den Strich oder schreibt eine halbe Seite dazu (nicht weitersagen, aber das Lektorat fand es so schön). Was in der Theorie richtig ist (das unerreichbare Original, die hinterherhinkende Übersetzung), taugt in der Praxis noch lange nicht: Erlaubt ist, was gefällt. Damit ist auch dem Autor am besten gedient. (A. LS.)

Teilnahme in den Jahren: 2007
Bearbeitete Themen: Roman
Übersetzte Sprachen: Englisch
Übersetzte Autoren: Clifford Chase, David Foster Wallace, Helen Fielding, Irene Dische, Karen Joy Fowler, Truman Capote, William Gaddis, Zadie Smith

Auszeichnungen u.a.: Heinrich Maria Ledig Rowohlt-Übersetzerpreis (1997), Helmut M. Braem-Übersetzerpreis (2000).