Ralph Dutli

Geboren 1954 in Schaffhausen. Studium der Romanistik und Russistik in Zürich und Paris. Lebte 1982 bis 1994 in Paris, seither als freier Autor in Heidelberg. Mit seiner packenden Mandelstam-Biografie („Meine Zeit, mein Tier. Ossip Mandelstam. Eine Biographie“) krönte Ralph Dutli 2003 seine 1985 begonnene Arbeit als Übersetzer und Herausgeber der zehnbändigen Ossip-Mandelstam-Gesamtausgabe im Ammann Verlag, die zu den übersetzerischen und verlegerischen Großtaten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gehört. „Ralph Dutli hat den wohl bedeutendsten russischen Dichter des vergangenen Jahrhunderts, Ossip Mandelstam (1891–1939), in wunderbar und tief empfundener Nachdichtung übersetzt. Die unmittelbare Wirkung des deutschen Textes, seine Direktheit und Geschmeidigkeit, nehmen den Lesenden gefangen. Die Übersetzung spiegelt Ausdauer und eine hohe inhaltliche Qualität wider.“ (Aus der Begründung der Jury zur Verleihung des Stuttgarter Literaturpreises 2002). Dutlis Lesungen gleichen schamanistischen Text-Beschwörungen. „Wer Ralph Dutli einmal Mandelstam oder Marina Zwetajewa öffentlich hat rezitieren hören – natürlich auswendig, wie es in Russland Brauch ist – und dabei nicht von Stund an der Poesie verfallen ist, dem ist wahrlich nicht zu helfen. Wenn Ralph Dutli Gedichte liest, erlebt man nicht nur ein Sprach-, sondern eine Art Naturereignis“ (Peter Hamm). Ralph Dutli ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt. (A.LS.)

Teilnahme in den Jahren: 2004
Bearbeitete Themen: Essays, Gedichte, Roman
Übersetzte Sprachen: Russisch
Übersetzte Autoren: Marina Zwetajewa, Ossip Mandelstam

Auszeichnungen u.a.: Internationaler Publizistik-Preis Klagenfurt (1988), Georg-Fischer-Preis Schaffhausen (1992), Übersetzerpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie (1993), Hugo-Ball-Förderpreis der Stadt Pirmasens (1996), Gastpreis des Kantons Bern, Werkjahr der Stadt Zürich (2000), Stuttgarter Literaturpreis (2002), Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (2004).