Róža Domašcyna

Róža Domašcyna, geboren 1951 in Zerna, ist eine sorbische Lyrikerin und Übersetzerin. Sie arbeitete 1968 bis 1972 in der Redaktion der sorbischen Kinder- und Jugendzeitschrift „Plomjo“ und der Tageszeitung „Nowa doba“. Seit 1970 veröffentlichte sie Gedichte in der sorbischen Presse. Ab 1972 studierte sie Bergbau und war bis 1984 als Wirtschaftsingenieurin in Senftenberg tätig. 1985 bis 1988 studierte sie am Leipziger Literaturinstitut „Johannes R. Becher“, seitdem ist sie freie Schriftstellerin. Die Wende von 1989 brachte für Róza Domašcyna den literarischen Durchbruch. Seit 1990 erscheinen in regelmäßiger Folge sorbisch- und deutschsprachige Gedichtbände. In ihren Texten nutzt sie poetische Interferenzen zwischen dem Sorbischen und dem Deutschen. Minderheits- und Mehrheitssprache gehen eine ästhetisch reizvolle Verbindung ein. Róza Domašcyna übersetzt überwiegend aus slawischen Sprachen; ihre Gedichte wurden in zahlreiche slawische und westeuropäische Sprachen übersetzt. „Meine Texte – experimentelle Lyrik? Vielleicht ist experimentell nur das Anderssein, die Empfindung hier zu Hause zu sein und sich doch weder als Sachse noch als Preuße zu fühlen. Vielleicht ist experimentell nur das, dass mein Volk ein ausschließlich dörfliches ist, dass Kleinheit vielleicht Provinz einschließt oder ausschließt? Vielleicht ist es die Rechtschreibung, die ich nach dem Sorbischen gestaltet habe? Ich weiß um die Gefahr dieser gesuchten Selbstbewusstheit, bin mir der Worte ‚Provinz’ und ‚national’ wohl bewusst – nicht zuletzt sind sie kräftig missbraucht worden. Aber zunehmend empfinde ich Provinzialismus in meiner Umwelt – wie mit regionaler Provinz oder einfach Anderssein umgegangen wird.“ (A. LS.)

Teilnahme in den Jahren: 2007
Übersetzte Sprachen: Sorbisch
Übersetzte Autoren: Jurij Khezka

Auszeichnungen u.a.: Anna-Seghers-Preis (1998), Literaturpreis des Exil-P.E.N. deutschsprachiger Länder (2001), Hermann-Hesse-Stipendium Calw (2002), Prix Evelyne Encelot (2003).