Gabor Altorjay

1946 in Budapest geboren, lebt als freier Filmautor und Regisseur in Hamburg. Altorjay studierte Theologie in Budapest. 1967 floh er nach Deutschland, wo er Theaterwissenschaften und Wirtschaftssoziologie studierte. Schon früh interessierte er sich für die polnische Avantgarde-Bewegung und führte 1966 das erste ungarische Happening durch. In Deutschland kam Altorjay mit Künstlern aus dem Fluxus-Umfeld in Kontakt und gründete mit Maurizio Kagel und anderen die Lebens- und Ausstellungsstätte „Kombinat 1“ in Köln. 1981 drehte er seinen ersten Spielfilm „Tscherwonez“, eine experimentelle New-Wave-Satire, in der er mit Elementen aus „Panzerkreuzer Potemkin“ und „Ninotschka“ spielt. In Erlangen stellt Altorjay „Karneval“ vor, Hauptwerk des ungarischen Autors Béla Hamvas, das er zusammen mit dem Theatermusiker und Regisseur Carsten Dane übersetzt und ohne Unterstützung eines Verlags per Internet-Subskription veröffentlicht. Über das Werk schreiben die Übersetzer: „Der ungarische Roman ‚Karneval‘ von Béla Hamvas muss endlich übersetzt werden! Es ist nicht hinzunehmen, dass dem deutschsprachigen Lesepublikum die Orientierung im Jenseits kollektiv verwehrt bleibt. Vom Diesseits ganz zu schweigen.“ Die erste ungarische Auflage von „Karneval“ (1985) war innerhalb weniger Tage vergriffen. Gleichwohl entzieht sich der Roman einer kommerziellen (verlegerischen) Verwertungslogik. „Die Erstveröffentlichung in deutscher Sprache als ‚digitales Samisdat‘ reflektiert nicht nur das Wesen des Romans, sondern auch den Zustand unseres Literaturbetriebs.“ (Die Übersetzer) (A. LS.)

Teilnahme in den Jahren: 2010
Übersetzte Sprachen: Ungarisch
Übersetzte Autoren: Béla Hamvas